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TGK-Newsletter – 08/Sj. 2019/20

Liebe Eltern,

drei Wochen Aussetzung des Unterrichts wegen der Pandemie liegen hinter uns. Zeit, Bilanz zu ziehen und gleichzeitig einen Ausblick auf die Phase nach den Ferien zu geben.

 

Schriftliche Abiturprüfungen

Wenn wir ehrlich sind, haben wir als Schulleitung zu Beginn der schriftlichen Abiturprüfungen nicht damit gerechnet, dass wir die Prüfungen regulär bis zum Schluss durchführen können. Die Planungen konnten nur von Tag zu Tag gehen, immer wieder brodelte hessen-weit die Gerüchteküche. Benachbarte Schulen mussten tatsächlich eine Prüfung abbrechen, andernorts wurden alle Prüfungen kurzfristig auf den Nachtermin verlegt. In enger zeitlicher Taktung gab es zudem neue Vorgaben des Ministeriums für die Schulleitung, mussten bestehende Prüfungs- und Aufsichtspläne quasi über Nacht abgeändert oder neue Vorkehrungen getroffen werden. Frau Herbst, unsere Oberstufenleitern, die gleichzeitig seit Anfang Februar meine gewählte Abwesenheitsvertreterin ist, hat die schriftlichen Abiturprüfungen bestens organisiert.

Wir können mit Recht stolz auf unsere Abiturientinnen und Abiturienten sein, die unter diesen ungewissen Rahmenbedingungen ihre schriftlichen Prüfungen mit großer Disziplin und viel Engagement absolviert haben. Nun ist diese wichtige erste Etappe geschafft. Wir freuen uns sehr für unsere Schülerinnen und Schüler und können uns vorstellen, wie Sie, liebe Q4-Eltern, in den vergangenen Wochen mitgelitten haben.

 

Rückblick auf die letzten drei Wochen

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Elternbeiräten für die vielfältige Koordinierungsarbeit mit den Lehrkräften sowie den anderen Eltern bedanken. Mir ist bewusst, dass diese Aufgaben das normale Zeitbudget für diese Tätigkeiten um ein Vielfaches überstiegen haben. Gleichzeitig danke ich Herrn Sachs als SEB-Vorsitzenden, der in dieser Situation mit kühlem Kopf und hohem Engagement die zahlreichen Rückmeldungen aus der Elternschaft in Ruhe gesichtet und mit mir immer zeitnah und konstruktiv besprochen haben.

Mein Dank richtet sich schließlich an alle Eltern, die viel Geduld aufbringen mussten, da sie sich im Rahmen des häuslichen Arbeitens und Lernens mit völlig neuen Herausforderungen und vielfältigen Problemen konfrontiert sahen.

 

Der SEB hat an uns den Wunsch herangetragen, weitere interaktive Möglichkeiten zur Vermittlung von Inhalten und zum kommunikativen Austausch mit den Kindern bzw. der persönlichen Ansprache der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. Neben der eher klassischen Weiterleitung von Aufgaben und Materialien über E-Mail benutzt ein großer Teil der Lehrkräfte die Plattform Moodle. Wir haben darüber hinaus schulintern in den vergangenen Wochen bereits diverse Optionen der Videotelefonie ausprobiert und versuchen diese Ansätze weiter auszubauen.

 

Teilweise läuft die Organisation des Lernens sehr gut, teilweise tauchen Probleme auf, die sich schnell abstellen lassen.

Daher haben wir aufgrund Ihrer Rückmeldungen nochmals u.a. diese Hinweise an das Kollegium geleitet:

  • Umfang der Aufgaben und Materialien an die Stundenzahl des Faches pro Woche anpassen
  • einheitliche Kopfzeile bei Aufgabenpaketen verwenden (Lehrer – Fach – Arbeitswoche – Aufgabe oder Lösung etc.)
  • Menge der Ausdrucke möglichst gering halten/ Dateigröße möglichst gering halten/ Bildqualität beim Einscannen beachten
  • Aufgaben und Anweisungen präzise formulieren
  • Fristen für das Einfordern von Rückmeldungen (Ergebnissen) zeitlich nicht zu knapp setzen/ Lösungen zur Verfügung stellen, falls keine individuelle Rückmeldung eingefordert wird
  • persönlichen Kontakt zu den Klassen und Kursen halten (persönliche Ansprache und Rückmeldungen)

 

Die aktuelle Situation weist für jede einzelne Familie ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen und gegebenenfalls Schwierigkeiten auf. Manche Kinder arbeiten sehr selbstständig, andere benötigen dafür noch Zeit. Manche können in aller Ruhe ihre Aufgaben bewältigen und erhalten Unterstützung seitens der Eltern, andere teilen sich den Arbeitsplatz mit den Geschwistern und sind auf sich allein gestellt, weil die Eltern im Homeoffice selbst arbeiten müssen. Teilweise müssen sich Kinder den PC mit den Geschwistern teilen oder es steht für sie keine Technik zur Verfügung. Hier gibt es eine große Bandbreite, die zu ganz unterschiedlichen Reaktionen führt.

 

 

Wie geht es nach den Osterferien weiter?

Kultusminister Lorz sagte am Mittwoch in einem Radiointerview: „Wir hoffen darauf, dass der Schulbetrieb nach den Ferien wieder aufgenommen werden kann. Aber wir müssen ehrlicherweise sagen, wir müssen uns auf den anderen Fall vorbereiten, dass wir die Schulen noch länger geschlossen halten müssen. Das können wir nur relativ kurzfristig entscheiden, vermutlich um Ostern herum, auf Basis der Infektionslage und was die medizinischen Experten sagen.“

 

Zur Vergabe von Noten und zur Bewertung des Schuljahres ergänzte Lorz:

Wir haben in der Kultusministerkonferenz bereits verabredet, dass dieses Schuljahr auf keinen Fall annulliert wird. Die Kinder fallen nicht ein Jahr zurück oder verlieren ein Jahr. Wir werden eine Möglichkeit finden, das zu bewerten, aber natürlich in der eingeschränkten Form, die möglich ist, wenn das Schuljahr so stark verkürzt werden sollte. Klar müssen wir dann unsere Bildungsstandards und Curricula anpassen für diesen Jahrgang in den entsprechenden Klassen, da brüten unsere Fachleute auch gerade drüber.“

Sobald wir im Laufe der Osterferien neue Informationen erhalten, werden wir Sie darüber informieren.

Wir beraten aktuell auch über weitere digitale Optionen zur Verbesserung der Bedingungen, insbesondere für den Fall, dass die Schulschließungen weit über die Osterferien hinausgehen sollten. Hier stehen wir in engem Kontakt mit dem Schulelternbeirat.

 

Osterferien und Aufgaben

Gemäß § 35 (3) der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses (VOGSV) sollen über die Ferien grundsätzlich keine Hausaufgaben gegeben werden.

Auch wenn ein „echter Urlaub“ für Sie und Ihre Kinder aktuell nicht möglich ist, werden viele Familien einfach nur froh sein, wenn das Homeschooling in den Ferien ausgesetzt wird. Durch die Verteilung von Aufgaben und Materialien in den Nebenfächern gibt es zudem zahlreiche Schülerinnen und Schüler, so die Rückmeldungen von Eltern an uns, die aufgrund der Aufgabenmenge in den vergangenen beiden Wochen noch nicht alle Arbeiten erledigt haben. Bereits dafür benötigen diese Kinder etwas Zeit in den Ferien. Freiwillig dürfen die Kinder natürlich Inhalte wiederholen oder bearbeiten.

 

Schulpsychologisches Beratungstelefon

Das Schulamt hat ein schulpsychologisches Beratungstelefon für Eltern und Schülerinnen und Schüler eingerichtet. Falls die derzeitige Situation bei Ihnen zu Hause zu Belastungen führt und Sie hierzu keine professionelle Beratung in Anspruch nehmen wurden, können Sie Kontakt zum Staatlichen Schulamt aufnehmen (Montag bis Freitag von 09.00 bis 16.00 Uhr, Telefon: 0175/8596190).

 

Abschließend bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen für die vielfältige Unterstützung in dieser besonderen Situation. Gleichzeitig bitte ich nochmals um Verständnis dafür, dass die Organisation des Lernens nicht in allen Klassen bzw. Kursen nicht immer rund gelaufen ist. Wir arbeiten weiterhin an möglichen Verbesserungen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien trotz der ungewissen Lage und der vielfältigen Ein-schränkungen im Bereich des alltäglichen Lebens schöne und erholsame Osterferien.Ich melde mich im Laufe der Osterferien bei Ihnen, sobald wir Neuigkeiten erhalten.

 

 

 

Viele Grüße und bleiben Sie gesund!

 

 

Jochen Henkel

 

 

Taunusgymnasium

Schulleiter

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