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Sechstklässler erhält für Engagement den „Zonta-Preis“

Große Hilfe fängt klein an

Sechstklässler erhält für Engagement den „Zonta-Preis“

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Die 16-Jährige leitet eine Arbeitsgruppe an der Schule, ist Patin der Sechstklässler, Schulsprecherin und setzt sich für Flüchtlinge ein. Das wurde nun gewürdigt.

 

Königstein. „So richtig fassen kann ich es immer noch nicht“, verrät Josephine Hammerschmitt, nachdem sich die erste Aufregung bei ihr gelegt hat. Die 16 Jahre alte Schülerin vom Taunusgymnasium in Königstein wurde gerade mit dem ersten Preis „Young Women in Public Affairs“ (YWPA) ausgezeichnet. Dafür erhält sie ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro.

Es ist das dritte Jahr in Folge, dass der Zonta Club Bad Soden-Kronberg diesen Wettbewerb ausgeschrieben hat. Er richtet sich an junge Frauen, die sich in ihrer Schulgemeinde und darüber hinaus für das Gemeinwesen oder für Projekte in anderen Ländern einbringen. Mit dem zweiten und dritten Preis wurden Jasmin Noori (16) von der Altkönigschule in Kronberg und die 17 Jahre alte Louise Funda, ebenfalls vom Taunusgymnasium in Königstein, ausgezeichnet. Jasmin Noori konnte allerdings wegen Krankheit an der Preisverleihung nicht teilnehmen.

In ihrer Schule gebe es viele Möglichkeiten, sich zu engagieren, machte Josephine deutlich. Sie leitet eine Arbeitsgruppe aus Lehrern, Eltern und Schülervertretern, ist Patin der jetzigen Sechstklässler, Schulsprecherin und in der Schulkonferenz aktiv. Außerdem arbeitet sie im Amguri-Projekt mit, das eine Schule im Nordosten Indiens unterstützt. Bei diesem Projekt ist auch Louise Funda mit dabei. Die Schülerinnen sammeln Spenden und leere Pfandflaschen. Der Erlös geht an die Organisation „Child Aid“, die das Geld direkt nach Indien überweist.

Josephine leitet zudem ein Gremium in der Kurstadt, das regelmäßig Jugendliche und Flüchtlinge zusammenbringt. Um fremde Länder genauer kennen zu lernen, absolvierte Louise Funda ein Auslandsjahr in Neuseeland. Dort habe sie in der „Salvatore Army“ mitgearbeitet, die „sozial schlecht gestellte Familien“ unterstützt, berichtet sie.

Der Gedanke, dass sie mithelfen könne, „viele kleine Leute in ganz kleinen Orten ganz viele Dinge tun können“, bereite ihr Freude, erklärte Josephine Hammerschmitt. Dass sie als normale Schülerin dafür gewürdigt werde, sei eine tolle Motivation. Sie kann sich nun für den Zonta International Wettbewerb auf District Ebene bewerben.

Öffentlich aufzutreten habe ihr eigentlich nie Probleme bereitet, sagt Louise Funda. Schließlich habe sie lange in einer Theatergruppe gespielt. Doch einer Jury gegenüber zu erklären, „das mache ich, dafür stehe ich“, sei eine völlig neue Situation für sie gewesen.

In ihrer Ansprache hatte Zonta-Präsidentin Silke Wolter zuvor zum Thema Frauenförderung gesprochen. Sie sei der Auffassung, dass nur Bildung der Schlüssel sei, um die Stellung der Frauen weltweit zu verbessern. „Trauen Sie sich, treten Sie heraus“, ermunterte Zonta-Mitglied Sylke Becker die jungen Frauen. „In Sachen Gleichheit gibt es noch Optimierungspotential.“

Beeindruckend war der Vortrag der letztjährigen Preisträgerin Batule Jamall aus Neuenhain, die das Albert-Einstein-Gymnasium in Schwalbach besucht. Die Abiturientin berichtete über die sich wandelnde Rolle der Frauen in Afghanistan während der vergangenen 60 Jahre. Von der modernen Frau in den 1950ern, die studiert hat und berufstätig war, bis hin zur Machtübernahme der Taliban in den 1990ern, die das Leben der Frauen dramatisch einschränkte.

Taunuszeitung vom 08.03.2017

http://www.fnp.de/lokales/main-taunus-kreis/Sechstklaessler-erhaelt-fuer-Engagement-den-Zonta-Preis;art676,2514005

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