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Jahresthema des Bundeselternrats für 2016: Bildungsrepublik Deutschland Teil II – Welche Bildung braucht unsere Gesellschaft?

Herbstplenarkongress 2016 11.-13.11.2016

Neue Formen des Lernens: Lernen in der digitalen Welt

Ein gutes Bildungssystem holt die Schüler/-innen da ab, wo sie stehen und fördert sie individuell nach ihren Möglichkeiten.
Unter dem Begriff „Digitale Bildung“ wird ein Koffer voller Werkzeuge zusammengefasst, die insbesondere in heterogenen Lerngruppen, Lehrende den Freiraum geben sich auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder mit ihren unterschiedlichen Lernausgangslagen zu konzentrieren. Digitale Bildung ersetzt nicht die Beziehungsarbeit, sie schafft vielmehr die Möglichkeit diese zu verbessern. Erfolgreiche pädagogische Konzepte nutzen vielfältige Mittel und Methoden um passgenaue Lösungen für alle Schüler/-innen anbieten zu können.

Digitalisierung ist kein Selbstzweck sondern unterstützt die Schüler/-innen auf ihrem Weg zu mündigen Bürgern, die ihre Lernprozesse steuern können.
Wenn die Lehrenden bereit sind ihr Rollenverständnis hin zu aktiven Lernbegleitern weiterzuentwickeln, dann eröffnen sich durch die digitale Bildung ganz neue Möglichkeiten der Teilhabe an Bildung und der Gesellschaft, die weit über den Klassenraum hinaus gehen.

Digitale Bildung hat ein großes Potential für Schulentwicklung und für mehr Bildungsgerechtigkeit. Aktuell erfüllen unsere Schulen weder die personellen noch die sachlichen Voraussetzungen um ein Lernen in der digitalisierten Welt zu ermöglichen.

Der Bundeselternrat fordert:

  •   den Bund, die Länder und die Kommunen auf bundeseinheitliche Standards und die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz digitalen Lehrens zu schaffen.
  •   die technische und bauliche Infrastruktur, Endgeräte sowie professionelle technische Unterstützung für digitales Lernen an allen Schulen und Schulformen zur Verfügung zu stellen und stetig zu aktualisieren.
  •   die kontinuierliche Weiterentwicklung und Praxiserprobung von zielorientierten Konzepten und Lehrplänen zur Vermittlung von alltagstaugliche Medienkompetenz und Lernen im digitalen Raum.
  •   eine institutionalisierte bundesweite Koordinierung der Forschung und Evaluation der digitalen Bildung, analog dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB).
  •   digitales Lernen als verpflichtenden Bestandteil in der Aus- und Weiterbildung der Lehrer/-innen zu integrieren, entsprechende Angebote müssen auch für Eltern bereitgestellt werden.
  •   die Schaffung von Netzwerken in denen Schüler/-innen, Lehrer/-innen, Eltern und Wissenschaft, unter Einbeziehung der Wirtschaft, die digitale Bildung begleiten und weiterentwickeln können.
  •   altersgerechte, individualisierte Angebote zum digitalen Lernen in allen Schulformen beginnend mit den Grundschulen, die Entwicklungsunterschiede der Schüler/-innen bedürfen zeitgemäßer Lehrtechniken zum Fördern und Fordern.
  •   ein Kooperationsgebot zwischen Bund, Ländern und Kommunen, da die Umsetzung dieser Forderungen nicht von der jeweiligen Kassenlage abhängig gemacht werden darf.

    Die deutsche Bildungslandschaft hat bislang die neuen Möglichkeiten des digitalen Lernens weitgehend ignoriert und das Feld einseitig der Wirtschaft überlassen.
    Bildung und damit auch digitale Bildung ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Bundeselternrat engagiert sich für eine Kraftanstrengung aller gesellschaftlichen Akteure um Konzepte für digitales Lernen zu erarbeiten und weiterzuentwickeln.

    Potsdam, 13.11.2016 2016-R5

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